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Willkommen bei der Aktion Faire Telefonwerbung!

Hier erhalten Sie als Firmenkunde, Selbständiger, Freiberufler und Gewerbetreibender

  • Information zu korrekter und fairer  Telefonwerbung
  • Orientierung zur Beurteilung der Fairness von Telefonwerbung
  • Hinweise und Hilfen, wenn Sie sich über unfaire Telefonwerbung beschweren wollen.

Wenn Sie Privatperson sind, dann finden Sie alle wichtigen Informationen und Links hier.

Die Fairness-Stiftung fungiert im Rahmen der Aktion Faire Telefonwerbung als Vertrauenszentrum. Kein werbetreibendes Unternehmen oder Call Center hat Zugriff auf diese Website, auf das Beschwerdeverfahren oder auf den Server.

Die Aktion Faire Telefonwerbung ist ein Beitrag zur Fairness-Partnerschaft in der sozialen Marktwirtschaft. Gegen Telefonwerbung ist nichts zu sagen, wenn sie fair ist. Die Aktion will faire Telefonwerbung und korrektes Telefonmarketing fördern sowie unfaire und unkorrekte Telefonwerbung gegenüber Geschäftsleuten und Verbrauchern abwenden bzw. bekämpfen.

Was gehört zu einer korrekten und fairen Telefonwerbung?

Zunächst ist zu unterscheiden zwischen Telefonwerbung bei Privatpersonen und Telefonwerbung bei Unternehmen und Mitarbeitern in Unternehmen.

Telefonwerbung gegenüber Firmenkunden, Unternehmern, Selbständigen, Freiberuflern und Gewerbetreibenden ist erlaubt, wenn in eindeutig geschäftlichem Kontext

  1. ein durch konkrete Anhaltspunkte begründetes Interesse am Angebot und deshalb
  2. eine Einwilligung vermutet werden kann oder
  3. eine ausdrückliche oder aus eindeutigem Verhalten abgeleitete Einwilligung erteilt wurde.

Es wäre auch hoch problematisch für eine soziale Marktwirtschaft, wenn die Marktbetreiber einander nicht selbst direkt Angebote machen könnten auf den Wegen, die sie selbst für ihre Geschäfte nutzen. Gleichwohl gelten auch hier Qualitätsstandards.

Im B2B Bereich ist telefonische Kaltakquise faktisch grundsätzlich verboten wie im B2C Bereich. Es gibt sehr eng gefasste Ausnahmen, die im Einzelfall zu entscheiden sind und fast nie greifen. - Werbung bedarf einer vorherigen ausdrücklichen (!) Einwilligung – § 7 UWG Abs. 2 Nr. 3 – für Werbemaßnahmen. Bei Verstoß drohen – teils hohe - Geldbußen.

Klare Empfehlung: Der telefonischen Werbung gegenüber Geschäftskunden sollte stets eine ausdrückliche Einwilligung vorausgegangen sein. Ist dies nicht der Fall, droht eine Abmahnung und im Fall einer Klage der recht sichere Part des Unterliegenden mit teilweise hohen Anwalts- & Prozesskosten.

Also: Andere Vorgehensweisen stellen ein betriebliches Risiko dar, dessen sich die Geschäftsleitung und Mitarbeiterschaft voll bewusst sein muss. Sie bergen somit durchaus das Risiko einer entsprechenden Klage in sich (In jedem Fall liegt dieses Handeln in der rechtlichen Grauzone).

Telefonwerbung ist daher riskant, aber das Risiko sich hierbei eine Klage einzuhandeln kann minimiert werden. Es sollte exponentiell sinken, je dichter man mit seinem Angebot am wirklichen Bedarf des Angerufenen ist. Jeder sollte sich aber klar darüber sein, dass im Fall einer Klage, die Gewinnchancen sehr schlecht stehen.

Um keine Risiken einzugehen, sollten Werbeanrufen auch im B2B-Bereich nur dann getätigt werden, wenn konkrete Einwilligungen vorliegen, oder bereits aus vorherigen Kontakten ersichtlich sein könnte, dass ein konkreter Bedarf an einer Leistung oder an einem Produkt bestehen könnte. Konkreter Bedarf sollte nicht schon dann unterstellt werden, wenn im Geschäftsfeld des Anzurufenden grundsätzlich Dienste oder Produkte des Werbenden verwendet werden könnten.

Die Anforderungen an eine mutmaßliche Einwilligung sind enger, als häufig angenommen wird. Nach der Rechtsprechung ist für eine mutmaßliche Einwilligung erforderlich, dass aufgrund konkreter Umstände ein sachliches Interesse des Angerufenen am Anruf durch den Anrufer vermutet werden kann.

Nach der Rechtsprechung ist eine mutmaßliche Einwilligung im Allgemeinen noch nicht dann zu vermuten, wenn der Anruf lediglich eine allgemeine Sachbezogenheit aufweist. Denn diese dürfte nahezu immer gegeben sein. Telefonwerbung wäre dann praktisch fast unbegrenzt zulässig. Das widerspricht aber der gesetzgeberischen Wertung, wie sie in § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG zum Ausdruck kommt.

Nach der Rechtsprechung ist daher zu fragen, ob ein konkreter, aus dem Interessenbereich des Anzurufenden herzuleitender Grund vorliegt, der diese Art von Werbung rechtfertigen könnte. Dabei kommt es nicht auf die subjektive Wertung des Anrufers an, sondern darauf, ob er bei verständiger Würdigung der ihm bekannten Umstände davon ausgehen darf, dass der Anzurufende einen solchen Anruf erwartet oder ihm jedenfalls aufgeschlossen gegenübersteht. Das bezieht sich sowohl auf die Art der Werbung (Telefonanruf) als auch auf den Inhalt der Werbung.

Letztlich läuft die Zulässigkeitsfrage damit auf eine Wertung der konkreten Umstände des Einzelfalls hinaus.

Als Wertungsaspekte bei der sogenannten und oft in Anspruch genommenen mutmaßlichen Einwilligung muss für die Zulässigkeit der Telefonwerbung Folgendes beachtet werden: Es können die jeweilige Branchenzugehörigkeit, die Größe und konkrete Zielsetzung des Angerufenen eine Rolle spielen. Es genügt aber nicht, dass der Werbende von einem aktuellen oder konkreten Bedarf für die angebotene Ware oder Dienstleistung ausgehen darf; vielmehr muss hinzukommen, dass der Angerufene mutmaßlich auch mit einer telefonischen Werbung einverstanden ist.

Teilweise wird auch vertreten, dass eine mutmaßliche Einwilligung stets dann anzunehmen ist, wenn ein Produkt den Kern des Geschäftsbetriebs des Anrufers betrifft. Dieser Aspekt ist mit Blick auf die Anforderungen der Rechtsprechung jedoch eher zu bezweifeln.

Eine bestehende Geschäftsbeziehung ist eine gute Grundlage für die Annahme einer mutmaßlichen Einwilligung. Eine bestehende Geschäftsbeziehung ist aber kein "Selbstläufer". Denn allein eine bestehende Geschäftsbeziehung begründet nicht die mutmaßliche Einwilligung. Dies hatte das OLG Hamm in seinem Urteil vom 17.02.2009 (Az. 4 U 190/08) unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor gehoben.

Werbeanrufe außerhalb dieser Bedingungen sind unzulässig und eine nicht hinzunehmende Zumutung. Diesen Standpunkt vertreten auch eine Reihe von fair orientierten Unternehmen, die Werbeanrufe durchführen oder in Auftrag geben. Sie haben sich hier in der Aktionsgemeinschaft zusammengeschlossen.

Sie bekennen sich auch zu Qualitätsstandards, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen und die Fairness von Telefonmarketing sichern.  Die Qualitätsstandards finden Sie im Ethikkodex von Fair Telefonieren.

Sie wollen mehr Informationen über Telefonwerbung und Telefonmarketing? Wir haben Ihnen hier die

dazu zusammengestellt.

Die Partner dieser Fairness-Aktion für korrektes, legales und faires Telefonieren zu Werbezwecken haben sich auf einen Ethik-Kodex verpflichtet, in dem die Fairness-Standards für faire Telefonwerbung festgelegt sind.

Wenn Sie in Zukunft in Ihrem beruflichen Kontext keine Werbeanrufe mehr erhalten wollen, dann tragen Sie sich mit einer Mail in die Liste "B2B-Werbeanrufe-Stopp" ein. Die Einträge gehen den Partnern der "Aktion Faire Telefonwerbung" zu, die Sie dann aus etwaigen Telefonlisten streichen. Dies gilt nur für die an der Aktion beteiligten Unternehmen, Organisation und deren Tochtergesellschaften.

Wenn Sie sich über illegale, inkorrekte und unfaire Werbeanrufe beschweren wollen, so gilt dies in erster Linie für die an der Aktion beteiligten Partner. Wir sind jedoch bemüht, auch die nicht angeschlossenen Unternehmen anzusprechen oder deren ggf. nicht einwandfreies Verhalten zu klären. Alternativ können Sie sich, wenn Sie gleich den Rechtsweg beschreiten wollen und keine außergerichtliche Klärung durch die Fairness-Stiftung wünschen, an die Wettbewerbszentrale wenden, die auf gesetzlicher Basis gerichtliche Schritte gegen den Anbieter einleiten wird.

In unserem Vertrauens- und Beschwerdezentrum können Sie sich über

  • unkorrekte
  • illegale
  • unfaire

Werbeanrufe beschweren. Tragen Sie dazu bitte Ihre Angaben in das E-Mail-Beschwerdeformular ein. Sie können auch ein Post- Beschwerdeformular ausdrucken, darin die Angaben machen und uns als Brief zusenden: Fairness-Stiftung, Fair-Telefonieren, Langer Weg 18, 60489 Frankfurt am Main.

Wir bitten um Verständnis, dass wir nur korrekt ausgefüllte Beschwerdeformulare beantworten können und auf formlose Mails oder Zuschriften nicht reagieren. Außerdem können wir aus personellen Gründen keine Telefonbeschwerden bearbeiten, da die Beschwerde in jedem Fall schriftlich per E-Mail- oder Post-Beschwerdeformular dokumentiert werden muss.

Tragen Sie mit dazu bei, den Fairness-Qualitäts-Standard bei der Telefonwerbung zu verbreiten und einzufordern! Sie leisten einen Beitrag zur Verbindung von Fairness und Wirtschaft, von Fairness und Werbung. Viele tausend Angerufene danken es Ihnen!